Die ewige Suche

„Der wievielte Name ist das jetzt gleich?“, fragte ich mich, als ich vor drei, vier Tagen meinen Instagram-Account umbenannte. „Obwohl: Will ich das eigentlich wissen? Hm… Ach, dann muss ich das Wasserzeichen wieder ändern… Und die bisherigen Fotos haben dann ja eine falsche Beschriftung… Oah…“

Hach, wer kennt sie nicht, die ewige Suche nach einem passenden Usernamen, Nicknamen, Labelnamen, Mailnamen, Blognamen, …

Ich gehöre wahrscheinlich zu den Personen, die überdurchschnittlich viele Internetpräsenzen haben/hatten, was Namen anbelangt. Allein, wenn ich mir die Liste meiner E-Mail-Accounts anschaue, muss ich meine Stirn runzeln. Was sich alles so ansammelt.

Eventuell sind all die verschiedenen Namen, unter welchen ich bislang Texte verfasste, Bilder postete, auf eine Art und Weise ja ein Zeichen des inneren Wandels und der Suche nach mir selbst.

Bereits bei der letzten Umbenennung meines Blogs (und aller anderen Social-Media-Plattformen – man möchte ja eine gewisse Durchgängigkeit in seiner Onlinepräsenz) überlegte ich mir, ob ich vielleicht nicht einfach meinen eigenen Namen verwenden sollte, da ich ihn zum einen sehr gern mag und er aufgrund seiner Seltenheit eine sehr gute Alternative zu „abgespaceten Usernamen“ wäre – denn, mal ehrlich: wer heißt schon so?
Wie es das Leben – und die menschliche Logik – so will, dachte ich mir jedoch: „Ach, der Name… Es gibt bestimmt coolere Möglichkeiten, die „schön deep“ klingen und ein wenig „spooky“ angehaucht sind.“
So entstand letztlich INMORTALITAS. Den Namen mag ich immer noch gern, schließlich hat(te) er auch eine Bedeutung. Er war nicht „mal eben so“ ausgesucht.
Nichtsdestotrotz sitze ich wieder hier und schreibe diese Zeilen. Auf einem neuen Blog. Unter einem neuen Namen.
Meinem Namen.

schwarz-weiß-Foto der Bloggerin

Wisst ihr, diese ganzen „Neuanfänge“,

…diese ganzen Alias, dieses ganze Verstellen und möglichst „cool“ wirken… Was ist das schon? Letztlich doch nichts anderes, als eine Maskerade. Eine Maskerade, weil man noch nicht dort angekommen ist, wo man sein wollte. Vielleicht auch ein Schutz vor unerwünschten Besuchern (wobei niemand unauffindbar ist – besonders nicht als Blogger o. ä. – #gesetz #jura #rechtlichnichtmöglich) oder auch eine Flucht vor der Wirklichkeit. Vielleicht ist, war es all das.

Mittlerweile, das denke, das hoffe ich zumindest, bin ich an einem Punkt angekommen, an welchem ich sagen kann, dass ich nun soweit zu mir stehe, dass ich meinen Namen unter meine Beiträge setzen kann. Es war nie so, dass ich nicht zu dem stand, was ich mit euch teilte, nein, definitiv nicht. Jeder Wutausbruch, jede Empfehlung, jede Schwärmerei, jede neue Mittteilung, alles war meine ehrliche Meinung. Ich habe nie etwas unehrliches veröffentlicht. Dinge, mit denen ich nicht zu 100% zufrieden war auf jeden Fall, das gab es. Aber nie etwas, zu dem ich nicht stand bzw. nie etwas, das schlichtweg gelogen war. Bloß war es für mich seit Anbeginn immer sehr schwer, meinen wirklichen Namen öffentlich zu machen. Ich fühlte mich nie sicher.
Meine Vergangenheit war nicht leicht, es gab Leute, welche mir sowohl körperlich, aber viel mehr geistig sehr geschadet haben (Mobbing, Rassismus; viel Feindseligkeit, da ich auf vielen Ebenen nicht der Norm entsprach etc.) und am Ende des Tages, war das Internet mein sicherer Hafen, eine Art Zuflucht und Versteck vor dem, was in der realen Welt passierte. Niemand konnte mich finden, niemand wusste, wer ich war. Ich gab mir verschiedene Namen und konnte letztlich endlich sein, was und wer ich war.

Ekuase, aber eben nicht Ekuase.

Ich mochte meinen Namen immer sehr gern, allerdings war es sehr schwer mit ihm „undercover“ unterwegs zu sein, denn wie eben bereits erwähnt: Wer heißt schon so? Viel leichter zu finden kann man wahrscheinlich nicht sein.

Aber all das, wozu ich mich entschied, war gut. Meine Entscheidungen, wie ich mit meiner Situation umging, meine Blog- und Usernamen, all das war gut.
Aber jetzt ist es eben besser.

Man versuchte krampfhaft Namen zu finden, die einen gut beschreiben, die eine Message haben und etwas rüberbringen. Die einen weiterbringen und Gefühle transportieren. Etwas aussagen, das man so vielleicht nicht auf Anhieb kann.

Aber was beschreibt mich schon besser, als mein eigener Name?

Hallo, ich bin Ekuase. Und das ist meine Geschichte.

𝙵𝙾𝙻𝙻𝙾𝚆, 𝙻𝙸𝙺𝙴 𝙰𝙽𝙳 𝚂𝙷𝙰𝚁𝙴
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